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SCHULTER

Gelenksbeschreibung, Anatomie:
Das Schultergelenk wird vom Kopf des Oberarmknochens und von der Gelenkspfanne des Schulterblattes gebildet. Der Oberarmkopf ist in Relation zur Gelenkspfanne sehr groß. Beide sind von einer Gelenkkapsel umgeben, die das große Bewegungsausmaß der Schulter ermöglicht. Bänder verstärken die Gelenkkapsel und sichern das Gelenk. Die umgebende Muskulatur dient der Bewegung und sichert ebenfalls das Gelenk.

Das Gelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterblatt heisst Schultereckgelenk und wird durch starke Bänder gesichert.

Häufige Verletzungen
Sportarten mit intensiver Beanspruchung der Arme und damit auch der Schulter wie zb. Schlägersportarten (Tennis, Squash, Golf), Schwimmen, etc. führen häufig zu chronischen Schulterbeschwerden. Kontaktsportarten (Judo, Ringen) und Stürze beim Sport eher zu akuten Schulterverletzungen.

Schlüsselbeinbrüche treten beim Sturz auf die Schulter oder den gestreckten Arm auf. Zur Behandlung genügt meist ein "Rucksackverband" für 4 Wochen. Liegen spezielle Bruchformen vor oder heilt der Bruch nicht, muss operiert werden.

Oberarmkopfbrüche entstehen meist durch Stürze. Die Behandlung kann in vielen Fällen im Schulterverband durchgeführt werden. Bei verschobenen Brüchen muss jedoch operiert werden. Eine stabile Bruchversorgung (Operation) bietet den Vorteil der frühen Übungsbehandlung und es braucht nach der Wundheilung häufig kein Verband mehr getragen werden.

Die Schultergelenksverrenkung ist eine häufige Verletzung.
Sie entsteht direkt durch Sturz auf die Schulter oder indirekt durch Ausdrehen der Schulter bei ausgestrecktem, abgespreiztem Arm zur Seite. Dieser sehr schmerzhafte Zustand muss so rasch wie möglich behoben werden. Nach Anfertigen eines Röntgenbildes wird die Schulter wieder eingerichtet. Danach wird der Arm mit einer Schulterbandage am Körper ruhig gestellt, um ein neuerliches Verrenken zu verhindern und die Schmerzen zu lindern.
Die Verletzung muss exakt abgeklärt werden (Röntgen, MRI). Die Wiederverrenkungsgefahr ist sehr groß und deshalb sollte bei entsprechenden Schädigungen von Gelenkstrukturen, bei schulteraktiven Sportarten und bei Überkopfarbeitern die operative Stabilisierung angestrebt werden.

Therapie der Schultergelenksverrenkung
Konservativ in der Schulterbandage für 14 Tage, dann Bewegungsbeginn. Keine Aussenrotation (dh. der Arm darf nicht vom Körper weg nach aussen gedreht werden) für 6 Wochen, damit die Kapsel schrumpfen kann um die nötige Stabilisation zu gewähren. Operativ: Welche Operationstechnik zur Anwendung kommt ist abhängig von der Verletzungsart, -verrenkungshäufigkeit und Patientenparametern. Grundsätzlich kann die Stabilisierungsoperation geschlossen (arthroskopisch) oder aber auch offen (mit Hautschnitt) erfolgen.

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, die einer genauen Aufklärung bedürfen.